Fakten 2017-11-22T12:10:06+00:00

Fakten zur Tafel Gießen

1993 wurde in Berlin die erste deutsche Tafel gegründet. Inzwischen arbeiten fast 1.000 Tafeln mit über 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland aktiv und unterstützen mehr als 1,5 Millionen Menschen.

Im Jahr 2005 wurden nach Einführung der Hartz-IV-Reform zunächst in Grünberg und am 6. Dezember in Gießen die Tafeln im Landkreis Gießen in Trägerschaft der Diakonie eingerichtet.

Verteilen statt vernichten. Wir bedienen uns der Lebensmittel, die nicht mehr zum Verkauf stehen, die weggeworfen werden sollen. Wir unterstützen damit Bedürftige. Keine Schlangen: Armut stigmatisiert und wir wollen nicht, dass Menschen in einer Schlange als bedürftig erkannt werden. Deshalb haben wir ein Terminsystem vereinbart, zu dem die Lebensmittel für den jeweiligen Haushalt zur Verfügung stehen.

Mehr als 300 Menschen engagieren sich freiwillig, helfen in ihrer freien Zeit, damit es Anderen etwas besser geht. Viele kommen wöchentlich mindestens einmal, grundsätzlich entscheidet jede/r selbst über Umfang und Häufigkeit der Tätigkeit.

Das Diakonische Werk prüft anhand von Bescheiden, ggf. Einkommensunterlagen, ob eine Bedürftigkeit vorliegt.

Über 65 Lebensmittelbetriebe werden nach festen Tourenplänen von den 5 Kühlwagen wöchentlich angefahren – zum Teil täglich. Für uns bereitgestellte Lebensmittel werden dann in die Tafel gefahren. Darüber hinaus fahren wir zum Teil schon morgens ab 6:00 Uhr oder bis abends 21:00 Uhr spezielle Touren sowie Sonderfahrten.

Die in die Tafel gebrachten Lebensmittel werden dort sortiert – eine Lagerhaltung gibt es nur in sehr kleinem Maße (z. B. aus Eins-Mehr-Aktionen). Die Lebensmittel werden in Kisten je nach Haushaltsgröße zusammengestellt und am selben Tage wieder ausgegeben.

Täglich erhalten etwa 140 bis 150 Haushalte Lebensmittel – überwiegend Brot, Gemüse und Obst, dazu Kühlwaren. Ein kleiner Unkostenbeitrag in Höhe von mindestens 3.- € (gestaffelt nach Haushaltsgröße und Kistenanzahl) wird berechnet. Die vorbereiteten Lebensmittelkisten werden übergeben und Kühlware wird direkt aus dem Kühlschrank bereitgestellt. Die Nutzer packen ihre Lebensmittel selbst in mitgebrachte Taschen.

Unabdingbar gehört zur Arbeit der Tafel das Thema Reinigung und Entsorgung. Wir sortieren Pappe, PVC, bringen Grünabfall in ein Biogasunternehmen usw. – eine wichtige Arbeit, die häufig unbeobachtet am Ende des Tages geschieht.

Neben der Zentrale in Gießen werden Außenstellen einmal wöchentlich angefahren in Lollar, Pohlheim, Linden, Reiskirchen und Allendorf/Lda., um auch Menschen außerhalb Gießens eine bessere Erreichbarkeit zu ermöglichen.

Die zentrale Verwaltung obliegt dem Diakonischen Werk Gießen. Dort werden die persönlichen Daten verwaltet, dort ist die Prüfung der Bedürftigkeit angesiedelt, beim dortigen Leiter liegt die Gesamtverantwortung für die Tafel. In der Tafel gibt es auch ein ehrenamtlich betriebenes Büro, das für die täglich notwendigen Verwaltungsabläufe in der Tafel (insbesondere im Kundenkontakt) verantwortlich ist.

Jährlich benötigt die Tafel Gießen – je nach Art und Umfang von Investitionen – mindestens 190.000 € zur Unterhaltung. Über 55 % davon werden mit den Beiträgen der Nutzer getragen, der Rest stammt derzeit ausschließlich aus Spenden. Ohne viele, viele kleine und große Spenderinnen und Spender wäre die Tafel nicht existenzfähig. Besondere Kostenfaktoren sind Miete (fast 30.000 €), die Fahrzeugunterhaltung (mindestens 12.000 € pro Auto), regelmässige Investitionen (z.B. Lebensmittelkisten, Hochdruckreiniger, Papierpresse u. v. m.), Personalaufwand für hauptamtliche diakonische Arbeit (ca. 40.000 € für Leitung, zentrale Verwaltung, Logistikleitung, Beratung etc.).